Strafverfahren gegen Ärzte

Unrichtige Gesundheitszeugnisse durch Ärzte (§ 278 StGB)

Das Ausstellen unrichtiger Gesundheitszeugnisse nach § 278 StGB liegt vor, wenn ein Arzt wider besseres Wissen ein unrichtiges Zeugnis über den Gesundheitszustand ausstellt, das zur Vorlage bei Behörden oder Versicherungen bestimmt ist. Typisch sind Gefälligkeitsatteste oder wahrheitswidrige Gutachten, die Betroffenen schaden können.

Das Wichtigste in Kürze

  • Zeugnis über Gesundheitszustand

    Das Dokument ist für Behörden oder Versicherungen bestimmt.

  • Vorsätzlich unrichtig

    Der Arzt stellt das Zeugnis wider besseres Wissen aus.

  • Gefälligkeitsattest

    Typisch sind wahrheitswidrige Atteste oder Gutachten.

  • Schaden für Betroffene

    Ein unrichtiges Zeugnis kann Leistungsablehnungen zur Folge haben.

Worum geht es?

Unrichtige Gesundheitszeugnisse durch Ärzte (§ 278 StGB) – verständlich erklärt

Geschützt ist die Richtigkeit von Zeugnissen über den Gesundheitszustand, die zur Vorlage bei Behörden oder Versicherungen bestimmt sind.

Strafbar ist das Ausstellen wider besseres Wissen, also vorsätzlich. Der Arzt weiß, dass das Zeugnis nicht der Wahrheit entspricht.

Typisch sind Gefälligkeitsatteste oder wahrheitswidrige Gutachten, etwa ein Attest über eine nicht bestehende oder nicht bestehende Arbeits- oder Dienstfähigkeit.

Für Betroffene relevant wird es, wenn ihnen ein unrichtiges Zeugnis schadet, etwa durch die Ablehnung von Versicherungsleistungen aufgrund des falschen Attests.

Woran Sie es erkennen

Woran erkennen Sie strafbares Verhalten?

Typische Anzeichen und beispielhafte Konstellationen, die auf einen strafrechtlich relevanten Vorfall hindeuten können.

Widerspruch zu Befunden

Das Attest weicht bewusst vom tatsächlichen medizinischen Befund ab.

Gefälligkeitscharakter

Das Zeugnis wird ohne entsprechende Untersuchung oder entgegen dem Befund ausgestellt.

Schaden durch das Attest

Leistungen werden aufgrund des unrichtigen Zeugnisses abgelehnt.

Beispielfall 1

Ein Arzt bescheinigt einer Versicherung wahrheitswidrig, dass bestimmte Beschwerden nicht bestünden, obwohl die Befunde das Gegenteil ergeben. Aufgrund des unrichtigen Attests werden dem Patienten Leistungen abgelehnt.

Beispielfall 2

Ein Zeugnis über die Arbeits- oder Dienstfähigkeit weicht bewusst vom tatsächlichen Befund ab, etwa um eine Krankschreibung oder eine Tauglichkeit zu dokumentieren, die medizinisch nicht besteht.

Handeln Sie jetzt

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Je früher Sie handeln, desto besser lassen sich Beweise sichern und Fristen wahren.

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Berlin · Strafverfahren

"Ich wusste nicht, dass man im Strafverfahren auch Schmerzensgeld fordern kann. Herr Judaschke hat mich als Nebenklägerin vertreten und gleichzeitig ein Adhäsionsverfahren eingeleitet. Das Ergebnis: Der Arzt wurde verurteilt und erhielt eine Strafe – und mir wurde Schmerzensgeld zugesprochen, ohne dass ich einen separaten Zivilprozess führen musste. Diese Kombination aus Straf- und Zivilrecht unter einem Dach hat mir Zeit, Nerven und Geld gespart."

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A. H.

Berlin · Strafverfahren

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Verfasst von Rechtsanwalt Alexander Judaschke · Fachanwalt für Strafrecht

Zuletzt aktualisiert am 6. Oktober 2026

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